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Interview mit Herrn Wolfgang Kiessling,
dem Gründer des Loro Parque auf Teneriffa

Wolfgang KiesslingLogo Loro ParqueDer 1972 gegründete Loro Parque ist nicht nur der bekannteste Freizeitpark der Kanarischen Inseln, auch weltweit wurden in vielen Bereichen neue Maßstäbe gesetzt. Der Webseitenbetreiber sprach mit Herrn Kiessling, über den Beginn, die darauf folgende Entwicklung und die zukünftigen Pläne.

Viele Residenten und Touristen interessiert, wie ihr Anfang auf Teneriffa war? Ein deutscher Unternehmer in einem fremden Land mit einer Idee und all den Hindernissen, Entwicklungen, Erfahrungen, usw.

 

Als Direktor einer Fluggesellschaft habe ich verschiedene Orte der Erde, darunter auch Teneriffa, kennen gelernt. Puerto de la Cruz, mit der herrlichen Vegetation und dem Teide im Hintergrund, hat mir jedoch besonders gefallen. So kam es zur Überlegung auf Teneriffa zu bleiben und etwas Neues zu machen.

Der Anfang war „verdammt hart.“ Ich konnte damals kein Spanisch sprechen, musste mich mit Französisch behelfen. Zudem war ich weg von der vertrauten Umgebung, hatte neue Kontakte und wusste nicht, wem ich vertrauen kann und wem nicht. So erlebte ich auch menschliche Enttäuschungen, beispielsweise als sich der damalige Direktor persönlich bereichert hat. Heute habe ich jedoch tolle Mitarbeiter, eine sehr gute Mannschaft.

Das Grundstück habe ich vor 35 Jahren auf Leihrente gekauft. Zu dieser Zeit sagten mir viele, ich hätte mit meinem Projekt keinerlei Chance, weil der Park zu weit von Puerto liegen würde. Die Skeptiker hatten Unrecht, denn heute reichen die Siedlungsflächen sogar bis hinter unsere Anlage.

Zudem war die Finanzsituation sehr schwierig. Im ersten Jahr hatte ich mit den notwendigen Einnahmen von 250.000 Euro gerechnet, es waren jedoch nur 100.000 Euro im Jahr. Es gab damals mehrmals Situationen, wo ich nicht weiter wusste und schlaflose Nächte hatte. Ein anderer Faktor war zudem bedeutsam: Die Anlage war neu bepflanzt, die Vegetation war kleinwüchsig, einzelne Papageien waren dazwischen; das war nicht gerade attraktiv. So war es nicht einfach anfangs Leute zu begeistern. Nach dem ersten schwierigem Jahr ging es jedoch aufwärts.

Herr Kiessling, warum haben Sie sich auf die Zucht von Papageien spezialisiert, gibt es dazu einen bestimmten Hintergrund?

Ursprünglich hatte ich vor eine Art Safariland zu errichten, was jedoch schwer zu finanzieren wäre. Mein Vater, angeregt vom Besuch eines Papageienparks in den USA, riet mir diese schönen und intelligenten Vögel auszustellen, denn er sagte: „die Parks werden gut besucht, die Tiere werden alt und fressen wenig.“ So kaufte ich nach und nach Papageien, bis zur Eröffnung waren es 150 Stück. Alle Vögel wurden übrigens im freien Handel erworben. Niemals gab es eine Expedition, um wildlebende Tiere einzufangen. Die Papageien waren bei uns zunächst in kleinen Hängekäfigen untergebracht oder es gab freisitzende Vögel. Die großen Volieren kamen erst Jahre später.

Mit der Eröffnung von Orca Ocean ist Teneriffa um eine spektakuläre Attraktion reicher geworden. Wie ist die Idee entstanden?

Es gab eigentlich keine Idee. Es ging darum den Zuschauern etwas Neues zu bieten und dabei den größten Qualitätsstandard zu erreichen. Es handelte sich stets um eine Weiterentwicklung. Die Qualität ist dabei jenes Kriterium, welches den Park einzigartig macht. So haben wir das modernste Becken für Orcas, die weltweit artenreichste Papageienkollektion, das größte Thai-Dorf außerhalb Asiens, ein einzigartiges Porzellan-Museum, die erste Gorillagruppe und die größte Pinguinanlage der Welt...

Mitten aus dem Atlantik pumpen wir für unsere Anlagen für die Meeresäuger und Fische das pureste und beste Meerwasser, das man sich überhaupt vorstellen kann. Die medizinische Versorgung ist bestens. Von den 6 Delfinen, die wir 1984 vom WWF erhalten haben, konnten 5 Junge herangezogen werden. Lediglich ein Delfin ist an einem Kinderspielzeug gestorben, welches Besucher unachtsam ins Wasser geworfen haben.

Hatten Sie schon früher häufigere Kontakte zu Seaworld/USA? Wie sind die bisherigen Erfahrungen mit Orcas? Gab es Vorkommnisse, mit denen Sie nicht gerechnet haben?

Der Kontakt mit Seaworld kam über die Pinguine zustande. Wir kauften 100 Tiere, haben sie in einer DC-8 nach Teneriffa geflogen und konnten ihnen die weltweit grösste und modernste Anlage zur Verfügung stellen. Das hat die Amerikaner beeindruckt und begeistert. Daraus resultiert die bis heute enge Zusammenarbeit. Unsere 4 Schwerwale haben wir von Seaworld als Leihgabe erhalten. Denn kaufen kann man sie nicht, sie sind unbezahlbar. Derzeit leben weltweit nur 50 Orcas in Gefangenschaft. Die Tiere, die sich in unseren Anlagen befinden, sind auch keine Wildfänge, sondern bereits in dritter Generation unter menschlicher Obhut geboren.

Der Transport verlief wie erwartet, es gab jedoch eine Kette von Begebenheiten im Zusammenhang mit der Schutzfolie der Becken, mit denen wir nicht rechnen konnten. Wir wollten ein qualitativ hochwertiges Produkt, dass auf Dauer nicht erneuert werden muss. Laut Auskunft des Herstellers sollte die 4 mm dicke Schutzfolie in einer ähnlichen Art wie Teflon am Beckenrand festhalten. Tatsächlich gab es jedoch kleine Zipfel, an denen die Orcas in ihrem Spieltrieb gezogen und die Folie stellenweise entfernt haben. So mussten wir eine andere Lösung finden, weshalb OrcaOcean eine zeitlang geschlossen werden musste.

Wie hoch sind die Ausgaben/Investitionen in den Umweltschutz? Wo fliessen die Gelder hin?

Wir haben bisher über 4 Millionen Euro ausgegeben für Projekte zum Schutz von Papageien [Anm. Redaktion: über die Projekte werden wir gesondert berichten]. In diesem Jahr werden wir weitere 700.000 Euro finanzieren. Eines darf dabei nicht übersehen werden: 1994 haben wir alle unsere Papageien an die Loro Parque Fundación geschenkt, so dass der Loro Parque keine Papageien besitzt, sondern diese von der Fundación mietet. Alle Kosten für Aufzucht, medizinische Versorgung, auch die Telefonate usw. trägt der Loro Parque. Somit kommen Erlöse aus der Zucht und dem Verkauf der Tiere (womit Wilddieberei vermindert wird) der Fundación zugute. Auch Projekte im Zusammenhang mit Meeressäugetieren werden von uns unterstützt.

So viele Tiere unter der Obhut zu haben, bedeutet auch eine hohe Verantwortung tragen. Der Sturm Delta hat 2005 auf der Insel die Energieversorgung z.T. über viele Stunden lahm gelegt. Gibt es Sicherheitsmechanismen, die bei einem erneutem unvorhergesehenem Ereignis greifen?

Für den Notfall haben wir mit eigenen 3 Megawatt Aggregaten vorgesorgt. Auch die Wasserversorgung ist stets gewährleistet und mordernste Filteranlagen garantieren die Qualität. Zudem produzieren wir 600 m3 Liter Süßwasser täglich. Wir sind somit in mehrfacher Hinsicht abgesichert. Zudem haben wir 7 Biologen, 3 Vollzeit-Veterinäre mit deren Assistenten, ein eigenes Labor für Viren usw.

Hatten Sie Befürchtung, dass die Vogelgrippe auch die Kanaren erreichen kann?

Ja, daher waren wir die ersten auf Teneriffa, die alle Vogelvolieren aus Sicherheitsgründen abgedeckt haben. Mittlerweile ist nicht von einer Gefahr auszugehen.

Die gesamte Anlage des Parks, angefangen von den Fußwegen, bis hin zu den Volieren und der botanischen Gestaltung, befindet sich in einem auffallend gepflegtem Zustand. Wer ist für die Idee und Durchführung verantwortlich?

Unsere Abteilungsleitung begutachtet den Zustand aller Flächen regelmäßig und bringt neue Ideen rein. Ich selber gehe 1 mal in der Woche durch den Park mit einem Zettel in der Hand und notiere alles, was verbessert oder verändert werden sollte.

Sie sind ein Mann, dessen Terminkalender voll ist. Wohin gehen Ihre Auslandsreisen? Begleiten Sie die Auswilderungsaktionen? Wie oft haben Sie selbst noch Zeit die Vogel- und Tiergehege zu begutachten?

Hauptsächlich am Wochenende betrachte ich die Volieren und schaue nach neuen Entwicklungen. Im März fliege zur ITB [Fachmesse der internationalen Tourismus-Wirtschaft] nach Berlin. Weitere Reisen gehen nach Uruguay, Südamerika und Thailand, wo verschiedene Biotope angeschaut werden. Im Oktober/November vergangenen Jahres hatte ich eine gefährliche achttägige Reise mit dem Jeep durch Brasilien. Aber das ist wiederum auch etwas, was besonders in Erinnerung bleibt.

Was die Auswilderung anbetrifft, so mussten wir unsere bisherigen Ideen revidieren und eine Neuorientierung vornehmen. Der Bestand an Spix-Aras liegt weltweit mittlerweile bei 70 Stück. Ein reines fliegenlassen an einem bestimmten Ort hat keinen Sinn. Wir möchten ja nicht in die Hände von Trappern arbeiten, welche die an Menschen gewöhnten Tiere dann einfach einfangen und teuer verkaufen. So haben wir uns entschlossen Eier von bedrohten Papageien in Gelege von verwandten Arten zu legen, ähnlich dem Kuckucksei-Prinzip. So ist sichergestellt, dass die Tiere in freier Wildbahn aufwachsen, sich an ihrem Standort zurecht finden und auf Dauer stabile Populationen bilden können.

Sie sind Generalkonsul von Thailand. Wie kam es dazu und wie sieht die Arbeit dafür konkret aus?

17 Jahre lang war ich Generalkonsul von Gambia. Eines Tages wurde der demokratisch gewählte Präsident, Dawda Kalraba Jawara, von Söldnern aus seinem Amt vertrieben. Die Internationale Staatengemeinschaft hat es nicht verhindert. Die Nachfolger erwarteten von mir, dass ich sie weiterhin vertrete, was ich unter diesen Umständen jedoch abgelehnt habe. Zu diesem Zeitpunkt wurde gerade unser Thaidorf fertig gestellt und die Thailändische Prinzessin Galyani Vadhana kam zu Besuch. Bei einem Abendessen fragte dann der Botschafter, ob ich Interesse hätte das Konsulat auf Teneriffa zu übernehmen. 2 Jahre später kam auch Königin Sirikit. So entwickelte sich eine überaus positive Verbindung zu Thailand. Meine Aufgabe ist es hauptsächlich die Handelsbeziehungen zu fördern, ferner in Not geratenen Thailändern zu helfen.

Eine Frage von Touristen und Residenten ist, warum im Loro Parque dem Standort nicht spezifische Tiere, wie Tiger, Gorilla oder gar Pinguine gezeigt werden, aber nicht die endemische Kanarenfauna, wie die verschiedenen Rieseneidechsen, die einzigartigen Fisch- und Vogelarten (Urform des Kanarienvogels, Blaufink...)?

Erst vor wenigen Tagen habe ich mit dem Vizepräsidenten von El Hierro gesprochen. Wir sprachen dabei auch über die Rieseneidechsen. Es geht jedoch nicht darum, diese seltenen Tiere in den Loro Parque aufzunehmen. Denn von Seiten der Kanarischen Regierungen besteht kein Interesse dafür. Das ist auch verständlich, denn Besucher sollen ja die Einzigartigkeit einer jeweiligen Insel am Ursprungsort kennen lernen und es soll nicht eine Art Konkurrenz entstehen, die negativ wäre. Für die Kanarische Fauna gibt es spezielle Parks auf den Inseln. Die Vögel der Kanaren unterstützen wir dadurch, dass wir die hiesigen Vogelvereine fördern, nicht dass wir Vögel einfangen und dann den Zuschauern zeigen. Auch für die Meerestiere haben wir spezielle Schutzprogramme. Unsere Hauptaufgabe ist es jedoch Papageien in Not zu helfen. Vogelschutz ist gleichzeitig auch Biotopschutz, denn auf diese Weise schützen wir damit auch Tiger, Elefant und all die anderen Tiere in ihrem Lebensraum. 

Sie haben jetzt ein Angebot für Residenten, eine Jahreskarte für 60 Euro?

Das ist richtig und das soll auch so bleiben. Das Angebot ist deutlich günstiger als bei vergleichbaren Parks. Es geht nicht darum den Leuten „das Geld aus den Taschen zu ziehen“, denn wir möchten die hier lebenden Residenten und all denen, die sich nur über den Winter auf Teneriffa aufhalten, ermöglichen unseren Park viel öfter zu besuchen. Es gibt ältere Personen, die wir fast wöchentlich hier antreffen, und das ist es, was uns auch besonders freut. Ich wünschte viel mehr Einwohner Teneriffas würden diese Möglichkeit nutzen.

Im Süden der Insel entsteht derzeit der Siam Park, ein grosser Wasser-Erlebnispark mit Tieren, der von Ihrem Sohn (Christoph Kiessling) betreut wird. Wie kam es dazu?

Wir haben mit unserem Beraterteam darüber gesprochen und haben überlegt, einen neuen und auf der Welt einzigartigen Wasserpark zu eröffnen. Wir haben Christoph ausgewählt, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Ich selber fahre jede Woche ein mal in den Siam Park, um die Baumassnahmen zu verfolgen. Mit diesem neuen Projekt wollten wir den Zauber der tropischen indonesischen Welt nach Teneriffa hinüber bringen.

Wie sind Ihre Pläne für die Zukunft? Gibt es noch einen "Traum", den Sie sich für Ihren Park erfüllen möchten?

Träume gibt es viele. Ich hoffe mal Zeit zu finden, um ohne Druck in die Südsee zu fliegen, was ich noch nie gemacht habe. Für den Park selber, sind wir an die Obergrenze dessen angelangt, was zu erreichen ist, denn es gibt keinen Raum zur Vergrößerung. Derzeit arbeiten wir an der neuen Freiflughalle und werden zunächst dieses Projekt abschliessen...

Vielen Dank!

 

 

Offener Brief von Herrn Kiessling zum Thema “Orca Morgan:”

Offener Brief Loro Parque

 

 

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