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Die Besiedlung der Kanaren begann etwa 500 vor Christus mit den Guanchen, einem hellhäutigen Berbervolk aus Nordafrika. Die Herkunft belegen auch Mumienfunde, denn die Art und Weise, wie die Ureinwohner ihre Toten einbalsamiert haben, deutet auf eine Herkunft in der Nähe der ägyptischen Kultur hin. Wie die Menschen auf die Kanaren gekommen sind, ob freiwillig oder gewaltsam durch andere Völker (Phönizier?), das ist bis heute noch ein

 

Rätsel. Sie waren jedenfalls keine Schiffahrtsnation, sondern lebten als Hirten und Ackerleute in einer steinzeitlichen Kultur. Diese konnte sich, bedingt durch die isolierte Insellage, Jahrhundertelang erhalten. So war es für die ersten angekommenen Festlandseuropäer eine grosse Überraschung, noch ein nach steinzeitlicher Art lebendes Volk anzutreffen. Wichtigstes Nahrungsmittel war Gofio, ein Getreidemehl, aus Gerste und Weizen, das zunächst geröstet, später gemahlen und mit Ziegenmilch gegessen wurde. Dieses “Mehl der Guanchen” ist wohlschmeckend, reich an B-Vitaminen und hat einen sehr hohen gesundheitlichen Wert. Kolumbus nahm es gerne mit auf seine Reisen nach Amerika. Das Gofio wird auch heute noch auf den Inseln des Kanarischen Archipels nach traditioneller Art hergestellt.

Das Wort Guanche stammt aus den uralten Begriff Guan-Achinech, was „Sohn des Vulkans“ oder bedeutet. Zunächst wurde so nur die Urbevölkerung Teneriffas genannt, später jedoch in der Umgangssprache auch die Bewohner der anderen Inseln. Korrekt ist es jedoch nicht. So sollten eher die Begriffe Kanarii (Gran Canaria), Majorero (o. Mahoh, Fuerteventura), Gomeros (La Gomera), Benahoritas (o. Auritas, La Palma), Titerrogatras (o. Lanzelot, Lanzarote) und Bimbaches (El Hierro) verwendet werden.

Die Ureinwohner (span. Aborigen canario) der Kanaren lebten in Höhlen oder in aus Vulkangestein aufgebauten Häusern. Auch ihre Toten wurden, nach vorheriger Balsamierung, in Höhlen bestattet. Auf den einzelnen Inseln hinterliessen die Bewohner Felsinschriften mit kreisrunden Formen (La Palma) und Linien, deren Bedeutung bis heute nicht sicher entschlüsselt werden konnte. Die Bevölkerung war nach sozialen Schichten unterteilt mit Regenten (Königen), die auf Teneriffa Meneceyes und auf Gran Canaria Guanartemes genannt wurden. Sonne und Mond spielten bei der Religion eine grosse Rolle. Es gab sogar Priester, welche die Bezeichnung Adivinos oder Guañameñes (Teneriffa) und Faycán (Gran Canaria) trugen. Heilige Stätten waren besonders markante Gebirge und Felsen, wie der Teide (Teneriffa), Roque Bentaiga (Gran Canaria), Tindaya (ein Berg auf Fuerteventura) und Roque Idafe (La Palma). Im Parque del Drago auf Teneriffa wurde ein Guanchendorf mit menschengrossen Figuren nachgebildet, in dem die Lebensweise der Ureinwohner eindrucksvoll gezeigt wird.

Für Aufsehen hat die Entdeckung mehrerer Pyramiden auf Teneriffa gesorgt und die Annahme bestärkt, dass Menschen auf Papyrusschiffen Amerika schon lange vor Kolumbus erreicht haben (Pyramiden von Güimar).

In den frühesten Aufzeichnungen galt der Archipel als ein paradiesisches Gebiet mit einer Insel, die einen grossen schneebedecktem Berg hat (den Teide, Teneriffa). Es entstand der Name Makronesien (griech. makar = glücklich, gesegnet; nesia = Inseln), woher die Bezeichnung „Inseln der Seligen“ abgeleitet wurde. Ptolemäus (geb. 100, gest. 160 n. Chr.), ein griechischer Geograph, legte den Nullmeridian der Karten auf der westlichsten Insel (El Hierro) fest, die als das Ende der damaligen Welt galt.

Zunächst gab es nur kleinere Expeditionen auf die Kanaren, wobei mit der Urbevölkerung Handel betrieben wurde. Später jedoch, zu der Zeit, als die europäischen Nationen mit grossen Schiffen sich auf Expeditionen begaben, versuchten sowohl Portugiesen, als auch Spanier die Inseln zu unterwerfen. Als erste Kanarische Insel wurde 1402 Lanzarote von dem französischen Normannen Jean de Béthencourt erobert, der im Auftrag der spanischen Krone handelte. Drei Jahre später gelang es ihm auch Fuerteventura und El Hierro unter seine Herrschaft zu bringen. Erst 1483 wurde Gran Canaria, nach mehreren Niederlagen für die Eroberer unter spanische Oberhoheit gestellt. 1493 fiel La Palma. Am 25.7.1496 wurde die letzte Festung der Guanchen, Teneriffa, von Alonso Fernández de Lugo erobert. Die Urbevölkerung hatte nur einfache Waffen (Messer, Speere, jedoch keine Bogen) zur Verteidigung und war den Eroberern daher deutlich unterlegen. Dennoch gelang es ihr 1494 einen Sieg gegen die Spanier zu erringen. Noch heute erinnert im Norden Teneriffas die Ortschaft „La Matanza“ (übersetzt: das Gemetzel) an dieses Ereignis. 2 Jahre später haben die Guanchen der Übermacht nicht mehr widerstehen können und sie verloren die letzte Schacht bei dem nahegelegenem Ort „La Victoria“ (übersetzt: der Sieg).

Das Kanarische Archipel wurde strategisch von grossem Interesse, als eine Zwischenstation für die Fahrten nach Amerika nötig wurde. 1493, 1498 und 1502 machte Kolumbus auf seinen Reisen mehrfach Halt auf La Gomera, versorgte sich mit Wasser und Lebensmitteln und brach dann, von den Passatwinden getragen, nach Amerika auf.

„Verschiedenen Quellen nach gab es auf dem Kanarischen Archipel 36.000 bis 100.000 Ureinwohner, als die europäischen Eroberer und Sklavenhändler einfielen. Wenig mehr als 100 Jahre später stellte die spanische Königin Juana in einem Erlass vom 26. Januar 1515 fest, dass nicht mehr als 100 Guanchen übrig seien. Kurz darauf wurde zur endgültigen Lösung der Guanchenfrage die Inquisition gegen sie beantragt. Im Jahre 1541 versuchte ein italienischer Reisender, die Sprache der Ureinwohner festzuhalten. Er scheiterte daran, dass der einzige noch auffindbare Guanche permanenter Trunkenheit verfallen war“ (REIFENBERGER 1991). Allerdings sind einige Guanchen zum Christentum übergetreten und wurden verschont. Es entstanden auch frühzeitig Ehen mit den spanischen Siedlern, so dass mit den Jahren ein Mischvolk entstanden ist. Zahlreiche Ortsnamen auf verschiedenen Inseln erinnern noch an die Guanchen-Vergangenheit.

Der Kanarische Archipel blieb unter der spanischen Krone. Mehrfache versuche der Engländer die Inseln zu erobern blieben erfolglos. Der berühmte englische Admiral Nelson (geb. 1758, gest. 1805) versuchte am 15 Juli 1797 Santa Cruz (Teneriffa) mit 8 Schiffen und etwa 600 Soldaten von Land aus zu erobern, um sie ihrer Goldschätze aus Amerika zu berauben. Doch der Versuch scheiterte weil die Truppen schon rechtzeitig bemerkt wurden und auf heftige Gegenwehr der mit Frankreich verbündeten Spanier stiessen. Dabei wurde Nelson im rechten Oberarm von einer Musketenkugel getroffen, die ihn so stark verletzte, dass er auf das Schiff zurückkehren musste. Sein Arm wurde amputiert. Inzwischen gelang es den Engländern zwar bis zum Marktplatz vorzudringen, doch jeder weitere Kampf war hoffnungslos, so dass sie um freien Abzug baten. Der regierende spanische Gouverneur Don Juan Antonio Gutíerrez liess Gnade gewähren, sicherte ihnen freies Geleit zu mit der Auflage, nie wieder einen Angriff auf die Insel zu starten. Er versorgte sogar die englischen Schiffe mit Lebensmitteln und half den Verwundeten.

Wirtschaft und Bevölkerungszahlen

Infolge der Abgeschiedenheit der Kanaren und dem geringen Niederschlag auf den östlichen Inseln war die Bevölkerung arm. Es gab daher mehrere Auswanderungswellen, insbesondere nach Amerika (Venezuela). Heute kehren viele wieder auf die Kanaren zurück, was den hohen Anteil an Ausländern aus Amerika erklärt.

Wirtschaftlichen Aufschwung brachten kurzfristig einige Monokulturen, wie Zuckerrohr (16.Jh.), Wein (17.-18.Jh.), Cochinilla-Laus (19.Jh.) und dann Banane und Tomate (20.Jh.). Kartoffeln und Tomaten wurden auf den Kanaren schon lange vorher angebaut, bevor sie auf dem europäischen Festland überhaupt bekannt waren. Ihr Anbau erfolgt im Trockenfeldbau, auf Bimssteinen (Lapilli). Diese haben die Eigenschaft bei der nächtlichen Abkühlung Kondenswasser aufzunehmen, welches die Pflanzen dann verwerten können. Auf den Kanaren gibt es heute etwa 50 verschiedene Kartoffelsorten. Wein, Ananas (El Hierro) und Aloe Vera werden heute auch gern angebaut.

Der Tourismus ist heute zum entscheidenden wirtschaftlicher Faktor geworden. Die Urbevölkerung hat als Siedlungsgebiet besonders die Zonen unterhalb der Lorbeerwälder bevorzugt. Heute sind jedoch gerade die trockenen Zonen (z.B. auch Fuerteventura) reich bevölkert, weil sie ideale Voraussetzungen für den Tourismus bieten. Der Bauboom in manchen Gebieten war jedoch nicht immer ökologisch vertretbar. Die Zersiedlung der Landschaft hat dazu geführt, dass mehrere Pflanzen-Endemiten ausgestorben sind, einige nur noch in Parks existieren. Dennoch sind grosse Gebiete aller Inseln unter Schutz gestellt, um die Schönheit und Vielseitigkeit des Archipels zu erhalten.

Die Arbeitslosigkeit ist - trotz der Beschäftigungsmöglichkeiten, die der Tourismus bietet - hoch. 70% der Beschäftigten sind im Dienstleistungssektor tätig. Wirtschaftliche Bedeutung haben die Kanaren als Zwischenlager für Exporte aus aller Welt. So befinden sich wichtige Öllager und Raffinerien auf Teneriffa.

1929 lag die Bevölkerungszahl auf den Kanarischen Inseln bei 488.000 (Teneriffa 190.000). 1991 lebten fast 1,5 Mio. Menschen auf den Kanaren, 2004 waren es 2 Mio. und 2019 sollen es, nach den Berechnungen des Kanarischen Statistik-Institutes (ISATC – Instituto Canario de Estadistica), fast 2,5 Mio. Menschen sein.

Für negative Schlagzeilen sorgen immer wieder illegale Immigranten vor allem aus Afrika, die mit kleinen Booten die Inseln erreichen. Während 1994 nur 10 Immigranten gezählt wurden, waren es Jahr 2000 bereits über 2.200, im Jahr 2004 sogar 8.500. Der Flüchtlingsstrom lässt nicht nach. So war die Kanarische Regierung gezwungen im Jahre 2006 die Europäische Union um Hilfe zu bitten. Die Immigranten der Kanaren werden zunächst auf das spanische Festland gebracht. Aufgrund von Abkommen mit einigen Herkunftsländern werden die Menschen wieder in ihre Heimatländer zurück geflogen.

Die Feste

Die Kanarios verstehen es zu feiern und das nicht nur am Karneval. Gern besucht werden die religiösen und kulturellen Feste. Die Strassen werden geschmückt und die Trachtenkleider sind sehr farbenfroh verarbeitet. An bestimmten Festtagen versammelt sich sogar die ganze Inselbevölkerung in der jeweiligen Hauptstadt, wie auf El Hierro und Lanzarote. Die Folklore hat zwar ihren Ursprung in den Traditionen Spaniens und Portugals, sie weist jedoch auch einen starken Einfluss aus Südamerika auf. Typische Instrumente sind die kleine Kanarische Gitarre (Timple), die Kastagnetten (Chacaras) und aus Ziegenfell gefertigte Trommeln.

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